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    Da mich immer öfter Angler und Kollegen fragen, wie ich an meine Bachforellen komme, ich allgemein vorgehe und was mich zu anderen unterscheidet, habe ich mich mal dazu entschieden einen kleinen Beitrag zu verfassen.
    Ich hoffe dass dieser Beitrag gerade den jungen Anglern helfen wird.
    Bevor es aber losgeht, sei gesagt, dass ich diese Vorgehensweise bei fast allen Raubfischen anwende und es eine Menge Text wird. Ein Angelschein ist für die meisten Gewässer zwingend erforderlich, sowie die jeweilige Angelberechtigung.
    Ebenfalls ist aktuell noch das Bewaten unseres Gewässer untersagt.

    Schritt eins:
    Bevor ich überhaupt angeln gehe, stelle ich mir die Frage, welchen Zielfisch ich beangeln will, wann und wo.
    In diesem Beispiel soll es mit der Spinnrute, mit Kunstködern auf die Bachforelle gehen.

    Schritt Zwei:
    Ich schmeiße die Suchmaschine an und schaue welchen Lebensraum die Bachforelle benötigt. Nebenbei eigne ich mir auch zugleich das Wissen an, welche Nahrung die Bachforelle zu sich nimmt, sowie die bevorzugten Standplätze.
    Ich mache also meine Hausaufgaben….

    Die Recherche spuckt kurz zusammengefasst folgendes aus:
    Die Bachforelle ist ein Raubfisch, welcher in Bächen, sowie in Flüssen angetroffen werden kann, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt werden:
    Gute Wasserqualität, vernünftige Sauerstoffsättigung, Nahrungsangebot sowie das generelle Vorhanden sein.

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    27.03.22 21:52 17
  • Profilbild WawA4n

    Schritt drei:
    Ich öffne Google Maps und suche mir jetzt die Gewässer raus, die auf die Bachforelle zutreffen könnten, die für mich erreichbar sind vor allem ob ich das rausgesuchte Gewässer beangeln darf.
    In meinem Fall habe ich herausgefunden, dass es hier zwei kleine Flüsse gibt die ich beangeln darf sowie die Berechtigung besitze: Die Werre und die Bega.

    In dem Bild habe ich herausgefunden, dass es dort Steine gibt, eine Brücke und eine Art Stufe.
    Die Stufe interpretiere ich als eine Art Stromschnelle und eine Art Sauerstofferzeuger.
    Im Klartext: die Stelle sieht auf dem ersten Blick nach einem perfekten Hotspot aus. (Die rot eingekreiste Fläche)
    Nebenbei scheint da auch eine Parkmöglichkeit zu existierten (die Orangen eingekreiste Fläche).

    Auf den ersten Blick also perfekt, wenn nicht das Wörtchen aber wäre.
    Andere Angler nutzen ebenfalls Google Maps und die Stelle scheint wohl sehr leicht zugänglich zu sein.
    Aus Erfahrung weis ich jedoch, dass viele Angler gerne Faul sind und es oftmals einfach haben wollen.

    Was also tun?
    Die Stelle trotzdem anschauen den Ort beobachten und die Frequenz abschätzen.
    Ggf. mal flussabwärts durchs Gestrüpp laufen und schauen wie der flussverlauf sich entwickelt. Im Idealfall ohne Angelrute und mit vernünftigen Schuhwerk.

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    27.03.22 21:52 6
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    Schritt Vier:
    Durch scharfes beobachten der Umgebung kann man nun den richtigen Kunstköder wählen, oder die ein oder andere Zutat für die Zubereitung des Fisches.

    In diesem Beispiel habe ich die Obige Stelle aus Google Maps angefahren.
    Wie erwartet kann man an dieser Stelle hervorragend parken und an einigen Bäumen sogar Kunstköder sehen.
    Die Stelle wird also stark beangelt. Vermutlich mit den klassischen Kunstködern die einem so im Internet empfohlen werden.
    Dennoch ist es aber wie zunächst angenommen ein HotSpot.

    Die rot markierten Bereich stellen Strömungsberuhigte Bereiche dar, liefern genug vorbei schwimmende Nahrung und haben einen höheren Sauerstoffgehalt.
    Die nächste Feststellung: Keine Fliegen oder andere Insekten sind auf oder über dem Wasser vorzufinden. Die Forelle wird also wohl die kleinen Stichlinge, Elritzen jagen oder im schlechten Falle die eigene Brut.
    Ebenso wird sie nun wohl eher effizient vorgehen.
    Flachlaufende Wobbler und kleine Gummifische bis 5 cm in moderater Einholgeschwindigkeit sind also nun die beste Wahl.
    Später dann im Sommer wenn die Fliegen und Insekten unterwegs sind, greife ich dann zu Fliegen und Spinner in den Größen 0 oder 1.
    Die größeren Forellen gehen dennoch auf wobbler.

    Die rot markierten Spots dienen zu Illustration und nur zur Verdeutlichung, wie berechenbar der Fisch sein kann.
    Man könnte punktgenau diese Stellen anwerfen und die Forelle zum Anbiss triggern, falls da eine Steht, jedoch wird die Forelle bei falschem drillen mit falschem Gerät, sich an den Steinen Stark verletzen können, oder gar suizid begehen.
    Deshalb lasse ich Vernunft walten und überspringe solche Stellen, obwohl die Versuchung groß ist….
    Unten am Ende der Stromschnellen sind ja schließlich auch noch Hotspots und im Rest des Flusses. Daher kann ich diese Stellen ruhig überspringen.

    Bis zu diesen Punkt nichts ungewöhnliches und quasi die 0815 Vorgehensweise eines jeden ambitionierten Anglers.

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    27.03.22 21:54 8
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  • Profilbild WawA4n

    Jetzt folgen die Schritte, die die Spreu vom Weizen trennt.

    Schritt Nummer Fünf
    Die Wahl der Ausrüstung und Bekleidung:
    Das beobachten des Gewässers in Schritt Vier, hat mir bei der Entscheidung meines Equipments massiv geholfen und zudem gezeigt, mit welchen Ködern ich vorrangig angeln muss.
    Da ich kein Anfänger bin, habe ich mich für eine UL Rute entschieden (Eine billige Spro Freestyle Micro Lure) sowie einer Shimano Stradic in einer 2500er Ausführung.
    Ebenso bin ich ein Fan vom verstehen und angepasstem Angeln.
    Da ich durch haufenweise Gebüsche laufe, die Rute oft in den dreck legen muss und vor allem hin und wieder, steile Abhänge hinab klettere, wäre eine Rute von Yamaga oder Evergreen zu schade.
    Die Spro hat den Vorteil, dass aufgrund des abgestimmten Griffes, die Rute nicht zu kurz wirkt und später beim Bewaten ein Einsatz ist.

    Nur bei der Angelrolle will ich nicht auf den Komfort verzichten und hole mir eine aus dem Mittelsegment.

    Als Schnur verwende ich eine Monofile mit einem Durchmesser von 0.18 und einer Tragkraft von ungefähr 5 KG.
    Dies hat den Vorteil, dass diese deutlich günstiger als eine gute geflochtene, nicht so Steif ist und ich auf ein Vorfach verzichten.
    In tiefen und relativ klaren Gumpen, lassen sich auch die dicken erfahrenen Brummer überlisten.
    An sehr stark frequentierten Gewässern ist diese Überlegung, gerade der Schlüssel zum Erfolg.
    Ich folge also nicht dem stupidem Mainstream und mache mir selber Gedanken.

    Ebenso ist die Wahl der Angelbekleidung aus meiner Sicht, ebenfalls sehr wichtig.
    So stützen vernünftige Stiefel die Knöchel ab und verhindern somit das umknicken.
    Ein nettes Benefit ist das Betreten von knöcheltiefem Wasser, wenn die Landung mal etwas komplizierter werden soll und weite Strecken sind angenehmer zu laufen, als mit Jordans in Mid Cut Ausführungen.

    Eine dicke Jeans schützt mich vor den fiesen Dornen und den Brenesseln.
    Ein Hoodie vor der Kälte, Ästen, sowie Mücken.

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    27.03.22 21:58 8
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    Schritt Nummer Sechs:
    Die Komfortzone verlassen, mal ein paar Köder riskieren und auch etwas draufgängerisch sein.
    Auch mal weite Strecken mit der Ausrüstung zurücklegen die hin und wieder Kilometer entfernt liegen und zugleich schwer zugänglich sind. Oftmals kommt man da nur zu Fuß hin.
    Gerade an diesen Orten sind die Fische oftmals anzutreffen und noch verhältnismäßig unbeangelt.
    Ein netter Nebeneffekt: es fördert die Ausdauer und man hat meistens keine Menschenseele in seiner Umgebung. Man wird also endlich mal mit der Natur eins.

    War das schon alles?
    In großem und ganzen schon. Ich werde hier noch hin und wieder Bilder reinstellen, die noch die ein oderen Tipps geben werden, oder einfach mal zeigen, welche Stellen ich so beangel und was ich erwarte.

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    27.03.22 21:59 10
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    Hier auf dem Bild ist wunderbar zusehen, durch was für einen Quark sich quälen muss, um an richtige geile Stellen zu kommen:
    Auf dem Bild ist ein alter Zaun zu sehen, ein umgeknickter Baum und dazwischen irgendwelches Gestrüpp, was mir das Leben schwer machen will.
    Will man da mit einer premium Rute durch? 💩

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    27.03.22 22:05 6
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  • Profilbild WawA4n

    Der Weg lohnt sich aber meist, da man oftmals an solche Stellen gelangt.
    Bevor ich aber das Wasser am Ufer betrete, werde ich lieber die flache Uferstelle an ( die Gelbe)
    Und beangel dann den eigentlichen Hotspot (die Rote)
    Das Resultat ist oftmals verblüffend.
    So hat die größere Forelle im gelben Bereich gebissen und die kleine im roten.

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    27.03.22 22:08 4
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    Hier die kleine Forelle, die den roten Hotspot belagert hat

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    27.03.22 22:09 5
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    Hier die größere aus dem gelben Areal

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    27.03.22 22:09 7
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    Gegangen wurden beide auf einem Rapala Countdown in dem Dekor schwarz weiß 5 cm.
    Montiert ist ein Einzelhaken dessen Widerhaken ich eingedrückt habe.
    Ein sogenannter Schonhaken eben.

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    27.03.22 22:11 4
  • Profilbild WawA4n

    Schonhaken klingt toll, richtet aber trotzdem genügend Schaden am Fischchen an, wenn die wie wild toben.
    Nutzen tu ich die auch nur, weil diese oftmals an anderen Gewässern Vorgegeben sind und ich zu faul bin, jedes Mal die Haken zu tauschen.

    Will ich den Fisch schonen, gehe ich nicht angeln…
    Ich gehe auch nur angeln, mit dem Ziel, fische zu verwerten, Handel allerdings besonnen.
    So entnehme ich lieber fische, die mein persönliches Mindestmaß erfüllen und auch gute Filets darstellen, oder ich wirklich heftigen Schaden am Fisch zugefügt habe.

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    27.03.22 22:17 5
  • Profilbild WawA4n

    So kann die Kleidung aussehen, wenn man wirklich die abgelegenen Orte erreichen will

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    27.03.22 22:21 3
  • Profilbild WawA4n

    Stampft man nicht wild am Ufer entlang und hält wie zuvor gesagt die Augen etwas offen. Findet man auch leckere Zutaten am Wasser. In diesem Falle handelt es sich um Bärlauch, welcher sich super für den Fisch auffen Grill oder im Ofen eignet.

    Aber auch seinen eigenen Brotaufstrich kann man sich basteln.

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    27.03.22 22:37 7
  • Profilbild Housemeister

    Top Beitrag, find ich klasse, dass du das machst. Wird vielen Einsteigern helfen, am Bach klarzukommen und Erfolge zu verzeichnen. Ein Blick in deine Tacklebox wäre sicherlich für viele hier noch interessant, da sich meiner Meinung nach auch hier die Spreu vom Weizen trennt. Ich sehe beispielsweise hier an der Gera meiner Meinung nach zu viele Spoonangler und Leute, die fast ausschließlich „Billigkram“ verwenden.

    28.03.22 07:25 4
  • Profilbild pikeaddict_1

    Zu dem Haken muss man allerdings auch sagen, das der doch sehr „stabil“ ist. Da gibt es mMn deutlich dünndrähtigere Modelle die in ihrer Haltbarkeit dem dicken Oschi in nichts nachstehen. Hab mit den dünnen Haken bis dato noch keine Bachforelle n größeren Maße verletzt. Wenn man gänzlich Schonhaken verwendet lassen sich kleine Forellen auch problemlos „abschütteln“, wenn optimal gehakt.

    Ansonsten ein toller Beitrag zum Angeln auf Bachforellen. Daumen hoch!

    28.03.22 12:36 1
  • Profilbild Housemeister

    Würd ich nicht unbedingt zustimmen, weil rein aus der Theorie raus schneiden dünndrähtige Haken viel schneller ein als dickdrähtige. Mir ist so ein dünndrähtiger auch schon mal im Drill gebrochen, da weiß ich nicht, ob das unbedingt schonende ist. Außerdem biegen die viel schneller auf, was besonders ärgerlich ist, weil die Fummelei bei den kleinen Sprengringen und Haken äußerst nervig ist.

    28.03.22 13:17 1
  • Profilbild Jonas Lueck

    find ich ne gute Sache ! ähnelt meiner Vorgehensweise sehr .
    Hinzuzufügen würde ich nur noch das Einzelhaken gut aus Ästen rausgehen ...man riskiert doch schon Mal seine Köder und da hilft es dann doch öfter wenn die mit Einzelhaken ausgerüstet sind . Achso und an die fortgeschritteneren würde ich wirklich nur empfehlen auch Mal kleine stickbaits zu probieren . Bachforellen von der Oberfläche fangen macht nämlich richtig Spaß ! dieses Jahr bin ich dann auch öfter mit dem gan craft jointed claw in 70 los gewesen ...kleiner glidebait der subsurface läuft . kann ich nur empfehlen , macht richtig Bock !

    28.03.22 13:37 1
  • Profilbild pikeaddict_1

    Also qualitativ hochwertige Haken biegen in den aller, aller seltensten Fällen auf. Verwende seit mehreren Jahren Haken von Decoy und mir hat es noch bei keiner Forelle einen aufgebogen - Da muss ich ganz klar wiedersprechen.

    Kann bzgl. dünnen Haken nur aus langjähriger Praxis berichten und solche Verletzungen gab es bei mir bis dato noch nie. Bin dann doch jemand, der mehr auf Erfahrung gibt als auf Theoriewissen…was grundsätzlich nicht immer „falsch“ ist.

    28.03.22 14:49 1
  • Profilbild Housemeister

    Mach ich ja nicht ✌🏼 Wie gesagt hab ich die Erfahrung gemacht, dass der 6er Gammakatsu LS-3424F mir schon im Drill verbogen ist und einmal sogar aufgebogen. Abgebrochen sind die mir zugegebener Weise nicht, dafür aber der 14er Owner ST-11 UL, als ich noch Drillinge geangelt habe. Fische seitdem fast ausschließlich Gamakatsu LS-3423F. Das Problem bei denen ist halt bei Wobblern mit gedrehten Öhr (zB Flat Fly von Illex), dass die Haken dann gedreht stehen, weswegen ich nach wie vor auf die 24er setzen muss und die grundsätzlich nach dem Angeln austausche. Sowohl die Owner als auch die Gamakatsu würd ich als hochwertig einordnen. Kannst du mir mal deine Decoy-Haken verraten, die ein „normal“ stehendes Öhr haben? Würde die dann auch gern mal ausprobieren.

    28.03.22 16:02 1
  • Profilbild WawA4n

    @Housemeister
    Gerne lade ich demnächst ein Bild meiner Tacklebox hoch.
    Ohne jetzt Spoilern zu wollen: ich gehe in den Monaten nur mit 2 Wobblern los.

    Wie man sieht verbleibt die Tacklebox im Kofferraum und in den Rucksack kommt nur eine Flasche Wasser, Papiere, eine Zange und ein Beutel, falls mal ein Fisch mitgenommen wird.

    @pikeaddict_1
    Ich bin eigentlich auch eher ein Fan von dünndrähtigen Haken, jedoch hatte ich an diesem Tag leider zu den wobbler gegriffen, der noch mit dem dicken Haken ausgestattet ist.
    Leider passiert es in gewissen Situation auch, dass die Lefze da reißt.

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    28.03.22 16:04 3
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