Moin wir haben eine ADHS Kind
seit 1–2 Jahren haben wir die Diagnose ADHS bei unserem Sohn. Der Alltag ist oft turbulent und es ist nicht immer leicht, ihn in Momenten der Reizüberflutung zu beruhigen. Seine Energie scheint manchmal förmlich zu explodieren.
Wir haben jedoch ein Hobby gefunden, das Wunder wirkt: das Angeln.
Sobald wir am Wasser sind, verändert sich alles. Er wird erstaunlich ruhig, konzentriert und fokussiert. Die ganze innere Unruhe löst sich auf und er kann seine Energie komplett positiv kanalisieren. Für ihn – und für uns als Familie – sind diese Momente am Wasser echte Kraftquellen.
Gibt es hier andere Eltern mit ähnlichen Erfahrungen? Welche Hobbys oder Aktivitäten helfen euren Kindern dabei, abzuschalten und zur Ruhe zu kommen?
Ich freue mich auf den Austausch mit euch!
☝️ich hab auch so ein Wunderkind, wobei seine adhs Diagnose aus unterforderung rührt, er ist wahnsinnig schnell im Kopf und wenn ihn etwas interessiert, dann geht er "all in" bis das Thema durchgespielt ist. interessiert ihn etwas nicht aber muss gemacht werden, dann geht die gesamte Energie in die Ablehnung.
geholfen haben 2 Dinge, eine Ergotherapie basierend auf hirnscreening , das ganze nannte sich neurofeedback und war seinerzeit etwas ganz neues .
und dann kam das angeln, es hilft ungemein und er geht voll darin auf, aber er musste lernen , das angeln nicht automatisch fangen bedeutet aber zur Wahrheit gehört auch, das sich dabei eine Spirale entwickelt und das Thema immer intensiver angegangen wird also exzessiv, so das alles andere vernachlässigt wird und die Kosten ebenso explodieren. von den 6 wochen Sommerferien war er ganze 4 tage zu hause 🤣 den rest der zeit , war er eingegraben am wasser .
Schule spielt dann natürlich keine Rolle mehr und ohne Motivation gibts da halt ständig Ärger und Probleme, da der Lehrplan nicht vorsieht, ne "extrawurst" zu kochen. da muss man als eltern kreativ werden und aus zwang (der garantiert nicht funktioniert) ne motivierende Aufgabe machen .
ich kann dir aber versichern, dass es mit zunehmenden alter leichter wird und man einfach sehr viel Geduld entwickeln muss,das Kind lernt mit der zeit mit sich umzugehen und seine Defizite auszugleichen, es muss ja auch nicht alles können und wissen , sondern es legt irgendwann den Fokus in eine Richtung und wird da besonders gut , so das es im Erwachsenen Alter seine Position im Leben findet .
Aber es bleibt ne Herausforderung und spannende Aufgabe als Eltern , vor allem wenn die Pubertät beginnt und die hormone einschießen , dann wird es richtig anstrengend aber auch das vergeht, also immer locker bleiben und nicht die Nerven verlieren.
Mein Rat, unterstützt so viel es möglich ist und seht zu , das angeln immer ne positive Position einnimmt , also zbsp kein angelverbot wenn es mal nicht so läuft wie geplant, das fällt euch hinterher auf die Füße.
Ansonsten denkt immer daran, das Kind ist nicht krank oder anders, sondern das Gehirn arbeitet anders und häufig viel effizienter als bei anderen .
Danke für deine motivierenden Worte aber da muss ich dir nun zu stimmen Angeln verbieten ist wie für einen selbst Strafe. Wo kommt ihr her
Beste Grüße von der Nordsee Jadebusen
Nähe Halle saale
Ich bin so ein Wunderkind.
Ich finde UL auf Forellen oder Stippen auf kleine Weißfische sehr entspannend.
Carpy hat das schön zusammengefasst!
Neurodivergenz ist eine Chance mit hohem Potenzial und eigenen Herausforderungen. Nicht falsch, nur anders.
Mit einem netten Hyperfokus können Dinge bewegt und bewältigt werden, die andere nur schwerlich zusammenbringen. Kreativität und Verknüpfungsdenken erschließen gänzlich neue Bereiche.
Die Herausforderungen liegen im Bereich von Struktur und dem Entgegenwirken von Selbstüberförderung.
Es ist sinnvoll, sich mit dem Thema Dopamin-Mangel zu beschäftigen und sich über die Mechanismen klar zu werden. Inzwischen gibt es gute Möglichkeiten, selbigen zu kompensieren.
das wichtigste ist, das schubladendenken abzulegen , die kinder passen da nie rein , brauch man also gar nicht erst versuchen. für die schule gibts extra atteste, so das der Lehrplan angepasst werden kann und sie Schritt halten , gleichwohl sie immer Defizite aufweisen werden. als Eltern muss man sich zwingen bzw anzugewöhnen, das man es einfach "laufen " lassen muss , wichtig sind nur die Umgangsformen, so das die kinder nicht überall an ecken und lernen, wann sie sich "gut" also gesellschaftskonform zu benehmen haben und alles andere ergibt sich von ganz alleine. Das musste ich (streng erzogen) auch erst lernen und mittlerweile sehe ich es völlig entspannt, wenn mal wieder ne böse Mail von der Schule kommt.
ADHS-Kids müssen auch nicht zwangsläufig in der Schule anecken.
Entscheidend ist, ob adaptive oder maladaptive Coping-Strategien entwickelt werden.
Dann kann ADHS die mündlichen Noten sogar deutlich voran bringen. Z.B. wenn das Kind lernt, dass es sinnvoll ist, den Fokus auf den Unterricht und das Hinterfragen der Lerninhalte zu setzen. Dann geht nämlich der Unterricht gefühlt schneller vorbei und die Aufmerksamkeit wird belohnt.
Letztlich ist dem Gehirn ja in dem Augenick bloß langweilig und es sucht sich parallele Kicks.
ich habe zwar kein AHDS jedoch wurde ich auch zum Sngrln mitgenommen - gleiche wirkung wie vom ersteller geschrieben und weniger einträge ins Klassenbuch
Als jemand, der selber auf diesem Spektrum existiert, sind eure Beiträge richtig schön zu lesen @Carpytän @Patrick Bahn.
Angeln war für mich immer eine Möglichkeit, meinen Fokus etwas zu bündeln und Reizüberflutungen aus dem Weg zu gehen, hat somit erheblich zu meinem allgemeinen Wohlbefinden beigetragen (tut es immernoch) und als wirklich guter und notwendiger Ausgleich zum Schulaltag gedient.
Schön zu lesen, dass ihr das bei euren Kindern seht und versteht, das ist so wichtig.
Liebe Grüße :)
@Flossi, @Roostar
Die Dunkelziffer der Erwachsenen mit ADHS liegt bei bis zu 5%, bei gerade mal 0,4% Diagnosen. Dunkelziffer bei Neurodivergenz allgemein liegt bei 15-20%.
Der Anteil der Menschen, die diese Besonderheit haben, es aber gar nicht wissen, ist ziemlich hoch. Bei Erwachsenen fällt es halt nicht so auf, weil die Coping-Strategien bereits ausgebildet sind. Wenn man sich dessen bewusst wird, kann das ein echter Gamechanger sein.
Finde es generell interessant, wenn Zusammenhänge zwischen Angeln und emotionaler Gesundheit/Wohlbefinden aufgezeigt werden - ein Aspekt, der im Bild der Mehrheitsgesellschaft vom Angeln wohl so gut wie gar nicht vorkommt .
Ist bei meiner Tochter genau das selbe, wenn ich die Vorzeichen eines Ausbruches rechtzeitig deuten kann fahre ich mit ihr direkt los und dann ist der Tag gerettet. Auch sie kann sich beim Angeln runterfahren und sich besser reflektieren, wie wichtig soetwas ist einen solchen still zu haben, wissen nur Eltern mit adhs Kindern die mal so richtig ausflippen können. 😂
Ich werde nun von 6 Kindern meinen zweiten Sohn mit nehmen schauen wo und ob er angeln mag ob er auch ruhiger wird danke für eure Antworten
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